{"id":1068,"date":"2011-09-09T14:19:58","date_gmt":"2011-09-09T12:19:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gartenakademie.org\/?p=1068"},"modified":"2014-01-11T08:05:07","modified_gmt":"2014-01-11T06:05:07","slug":"roger-trash-29-5-1959-%e2%80%a0-31-08-2011","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.gartenakademie.org\/?p=1068","title":{"rendered":"Roger Trash * 29.5.1959 \u2013 \u2020 31.08.2011"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Roger Trash * 29.5.1959 \u2013 \u2020 31.08.2011<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Roger Trash war kein Gartenmensch, obwohl er immer mit dem Gedanken an einen eigenen Garten spielte, aber die B\u00fchne\u00a0 war sein anderer gro\u00dfer Garten und\u00a0 er umhegte Musik und Worte in aller Leidenschaft. Er hat den Rock\u00b4n \u00b4Roll gelebt wie keine anderer.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Im Magazin &#8222;Sch\u00f6ne Aussichten&#8220; Nr. 4\/ 2007 schrieb Uwe Paulsen: &#8222;Und wer ihn zuletzt bei seinem Auftritt bei der 2. Freien Gartenakademie von Wilm Weppelmann bewundern konnte, wei\u00df: Trash ist selbst eine wunderbare Pflanze, bietet Vitamine f\u00fcr Ohren, Augen und Geist.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Roger, wir vermissen dich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.gartenakademie.org\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_6286.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1059 aligncenter\" alt=\"IMG_6286\" src=\"http:\/\/www.gartenakademie.org\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/IMG_6286.jpg\" width=\"465\" height=\"309\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>26.7.2007\u00a0\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.rogertrash.de\/\">Roger Trash<\/a> bei den Proben zu &#8222;Siggi Stardust in the Garden \u2013 Eine phantastische Leserevue\u201d in der 2. Freien Gartenakademie 2007<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Dieser Text von Charles Bukowski stand in der Todesanzeige:<\/strong><br \/>\nAlso pass auf, wenn ich sterbe, will ich keine Tr\u00e4nen,<br \/>\nsieh nur zu, dass ich abger\u00e4umt werde,<br \/>\nich hatte ein erf\u00fclltes Leben,<br \/>\nund wenn \u00fcberhaupt einer eine Startvorgabe hatte, dann ich.<br \/>\nIch hatte sieben oder acht Leben in einem. Mehr kann man nicht wollen.<br \/>\nAm Ende sind wir alle gleich also bitte keine Reden<br \/>\nes sei denn, du willst sagen:<br \/>\nEr wettete auf Pferde und darauf verstand er sich sehr gut.<br \/>\nDu bist nach mir dran,<br \/>\nund ich wei\u00df schon jetzt etwas das du nicht wei\u00dft.<br \/>\nVielleicht.<br \/>\n(Charles Bukowski)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Zeitungsartikel\u00a0 von Sabine M\u00fcller erschienen in der &#8222;M\u00fcnsterschen Zeitung&#8220; im September 2011<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Gl\u00fcckauf zum Abschied<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Der m\u00fcnstersche Musiker Roger Trash starb mit 52 Jahren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">M\u00dcNSTER. Er verabschiedet sich in der Todesanzeige mit einem Gedicht von Charles Bukowski. Es ist beim Lesen, als h\u00f6re man die raue, von vielen so geliebte Stimme: &#8222;Also pass auf, wenn ich sterbe, will ich keine Tr\u00e4nen, sieh nur zu, dass ich abger\u00e4umt werde, ich hatte ein erf\u00fclltes Leben .\u2022.&#8220;\u00a0 Roger Trash ist tot. Der m\u00fcnstersche Musiker starb am 31. August mit 52 Jahren nach langer Krankheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Soundtrack seines Lebens war der Rock&#8217;n&#8217;Roll. Seine Songs waren manchmal rau wie seine Stimme, einfach und klar, ungek\u00fcnstelt. &#8222;Ich bin kein Literat, ich bin kein Sch\u00f6ngeist, kein Intellektueller&#8220;, sagte er einmal in einem Interview. ,,Ich kenne das Geheimnis des 4. Akkordes. Ich beobachte die Menschen.&#8220; Er war ein &#8222;Held, dem man auch mal ein Bier ausgeben darf&#8216;, schrieb ein Kritiker-Kollege. Ein anderer Kollege unserer Zeitung lobte seine besondere Poesie: &#8222;Roger Trash gibt der deutschen Pop-Sprache ihre Seele zuriick.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Roger Trash Dewald wurde 1959 in Diepholz geboren, kam 1966 nach M\u00fcnster, verlie\u00df das Wilhelm-Hittorf-Gymnasium ohne Abitur und schlug sich mit Jobs durch &#8211; als Fensterputzer, Sex-ShopVerk\u00e4ufer, Kirmesboxer sowie mit ,,kleinen Exkursionen als Frauenheld&#8220;, so steht es in seiner Vita. Dort steht auch: &#8222;Seit 1976 Rockmusiker.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Er spielt als Bassist bei Peter Burschs Br\u00f6selmaschine, er textet und komponiert eigene Songs, geht auf zahlreiche Tourneen, vor allem mit seiner eigenen Band .,.The wild Lovers&#8220;, spielt CDs ein, die ihn bundesweit bekannt machen. 1997 erscheint sein erstes deutsches Album: &#8222;Rohstoff&#8220;. Er schreibt auch zwei B\u00fccher: &#8222;Traumjob &#8230; Bekenntnisse eines Rock &#8217;n&#8216; Rollers&#8220; und ,,Der Erlebnismillion\u00e4r&#8220;. Er spricht sein H\u00f6rbuch &#8222;Sp\u00e4t geworden gestern&#8220; ein, geht als Solok\u00fcnsder auf Tour, zitiert Bukowski und Johnny Cash, spielt eine Rio-Reiser-Songrevue. In M\u00fcnster schl\u00fcpft er in einem Theaterst\u00fcck in die Rolle des &#8222;Ostcowboys&#8220;, des &#8222;Roten Elvis&#8220; Dean Reed &#8211; und setzt ihm damit ein Denkmal.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Cowboy &#8211; der passte auch zu ihm. &#8222;Landstreichler&#8220; nannte er sich. &#8222;Ich liebe das Leben und kenne den Geruch des Scheiterns&#8220;, sagte er. Immer mit ein wenig Melancholie im Blick. Aber auch immer etwas verschmitzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Die t\u00fcckische Krankheit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Roger Trash machte keinen Hehl aus seiner Krankheit. Er ver\u00f6ffentlichte den Schicksalsschlag vor zwei Jahren auch auf seiner Homepage: Er war an Leuk\u00e4mie erkrankt. Nach einer Knochenmarktransplantation ging es kurz bergauf, er gab auch wieder Konzerte. Vor gut einem Jahr an einem kuriosen Ort: Er spielte im Warteh\u00e4uschen auf einem Gleis in M\u00fcnsters Bahnhof beim Projekt Sozialpalast. Doch die Krankheit war t\u00fcckisch. Sie kehrte zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Sein letztes Album erschien 2009: &#8222;Liebe &amp; Desaster&#8220;. &#8222;Irgendwas geht immer&#8220;, hei\u00dft ein Song darauf. Eines seiner letzten Lieder ver\u00f6ffentlichte er auf seiner Internetseite. &#8222;Gl\u00fcckauf!&#8220; Er singt: &#8222;Es ist sch\u00f6n, hier zu sein, so langsam wird die Nacht jetzt heller.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Trauerfeier wird am Dienstag (6. September) um 13.30 Uhr in der Kapelle des Waldfriedhofs Lauheide stattfinden. Seine Band wird spielen, erz\u00e4hlt seine Lebensgef\u00e4hrtin Rita Roring. Das hatte er sich gew\u00fcnscht. Er w\u00fcnschte sich auch, dass viele Freunde und Wegbegleiter dabei sind. Er sei so lange in der Welt herumgereist und habe alle besucht, jetzt sollten alle zu ihm kommen. &#8222;Er hat sein Leben bis zum letzten Atemzug konsequent gelebt&#8220;, sagt sie. &#8222;Und sitzt jetzt wahrscheinlich irgendwo und guckt zu. Bei einem Glas Rotwein.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Sabine M\u00fcller \/ M\u00fcnstersche Zeitung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Fotografien: Wilm Weppelmann &#8211; alle Recht vorbehalten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Roger Trash * 29.5.1959 \u2013 \u2020 31.08.2011 Roger Trash war kein Gartenmensch, obwohl er immer mit dem Gedanken an einen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1073,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,10],"tags":[76,52],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.gartenakademie.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1068"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.gartenakademie.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.gartenakademie.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.gartenakademie.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.gartenakademie.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1068"}],"version-history":[{"count":9,"href":"http:\/\/www.gartenakademie.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1068\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1072,"href":"http:\/\/www.gartenakademie.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1068\/revisions\/1072"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.gartenakademie.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1073"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.gartenakademie.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1068"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.gartenakademie.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1068"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.gartenakademie.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1068"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}