Nun schon zum zehnten Mal sind die deutschen Gartenenthusiasten zur „Freien Gartenakademie“ in Münster eingeladen. Unter der Devise „hier wächst  Kultur“ hat der Künstler Wilm Weppelmann wieder ein vielseitiges Kulturprogramm zusammengestellt, dass auch einem internationalen Vergleich nicht scheuen muss. Zum Jahresthema „Die Stadt ist mein Garten“  kommen die wildesten Gärtner Europas und auch wieder akademisch brave Professoren in die Freie Gartenakademie.

So reichen rund 400 qm Kleingarten  aus, um die Gartenwelt nach Münster zu locken. Mehr als 120 Veranstaltungen haben dort bisher stattgefunden. Tausende Besucher ließen sich schon in diesem Künstlergarten  inspirieren.  Trotz der umfangreichen Vorbereitungsarbeiten für die Freie Gartenakademie bleibt  die eigentliche Erdarbeit für Wilm Weppelmann nicht auf der Strecke, denn Jahr für Jahr erntet er reichlich. Auch sein Lieblingsgemüse der Rotkohl taucht in allen Beeten auf, selbst in den Blumenreihen schimmern des Rotkohls violett blaue Töne durch. “Ich wachse mit meinem Garten.” sagt er und meint damit auch die geistige Nahrung, die er aus seiner künstlerischen Gartenwelt zieht. Er versteht sich als Kulturgärtner,  begeisterter Kleingärtner, aber auch Gärtner mit einem wilden Herzen, das beweist er Jahr für Jahr mit seinen Gemüsestrassenbeeten im Stadtbild von Münster. Im Mittelpunkt steht aber seine Schrebergartenscholle, der er immer wieder neue Gartenabenteuer abgewinnt. 400 qm Anstösse für ein aufregendes Gartenleben, denn jeder Kleingarten ist so groß, wie man selber ist.

„Mein Kleingarten  ist als Veranstaltungsraum recht unkomfortabel, keine Pflanze wird zurechtgerückt oder entfernt. Die Bühne ist über dem Gartenteich aufgebaut. Aber mein Garten ist kein Bundesgartenschaugarten, kein Vorzeigegarten, ja er bleibt ein typischer Kleingarten mit all seinen Stärken und Schwächen, auch wenn er zu den meistbesuchtesten und bekanntesten Kleingärten Deutschlands gehört,“gibt Wilm Weppelmann zu verstehen.

„Es ist schwer einen Höhepunkt in diesen zehn Jahren auszumachen, denn jeder Abend hatte seinen eigenen Charme und Gewicht, aber das Konzert mit dem Konzertmeister Hideaki Bunno und Hofmusikern des japanischen Kaisers 2013 war ein außergewöhnliches ja ehrendes Ereignis,“ betont Wilm Weppelmann.  Mehr als 120 Veranstaltungen forderten großes Durchhaltevermögen, das hieß 120 mal abendlich die Stühle rücken, Programmzettel entwerfen, Vortragsgäste begleiten und viele viele Stunden, die in die Programmarbeit floßen. Jedes Jahr stand die Freie Gartenakademie wieder vor einem wirtschaflichen Neuanfang, der Vereinsträger Kulturgrün e. V. konnte gerade die Sachkosten decken. Der freiwillige Kostenbeitrag  reichte bei weitem nicht aus um die Veranstaltungs- und Organisationskosten zu decken. Mit Unterstützung des Kulturamts der Stadt Münster und des Landesverbands Westfalen und Lippe der Kleingärtner e.V. ergab sich  aber immer wieder kurz vor knapp eine ausgeglichene Bilanz und damit Aussichten für eine weitere Gartenakademie. Wilm Weppelmann plant schon bis 2018 und für 2016 schaut er gerade chinesischen Gärtnern über die Schulter, also es bleibt spannend in der Freien Gartenakademie.

Frederic Henze – Kulturgrün e. V.  – 27. Mai 2015

 

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