11. Mo 22.7.2013 # 22 Uhr Montag, der Tag des Mondes: Eine gespenstische Vollmond-Lesung mit Beate Reker # Japanische Geister- und Gespenstergeschichten

22.7.2013 Beate Reker in der 8. Freien Gartenakademie 2013

Der Mond

„Kein anderes Gestirn, ja kein Tier, keine Pflanze – nicht einmal die berühmte Kirschblüte – taucht in japanischen Versen so häufig auf wie der Mond (tsuki). Denn sein Anblick ist, auch  wenn er gerade im Herbst besonders oft bedichtet wird, nicht auf eine einzige Jahreszeit beschränkt. Vielmehr begleitet er die Menschen  das ganze Jahr über; auf seiner Zu- und Abnahme basiert der traditionelle Lunarkalender, seine Anziehungskraft bestimmt Ebbe und Flut, und wie Wissenschaftler herausgefunden haben, beeinflusst sein bei Vollmond auf die Erde reflektiertes Licht sogar das Keimen von Pflanzen. Kein Wunder also, dass seit alters vom Mond eine gewisse Faszination ausging, die in nahezu allen Kulturen der Welt spürbar ist und für die man offensichtlich in Japan stets besonders empfänglich war. Dabei gilt dort wie in ganz Asien der Mond nach dem altchinesischen  Prinzip des Yin und Yang als passiv das Licht der „männlichen“ (Yang) Sonne empfangender und damit „weiblicher“ (Yin) Himmelskörper,  auch aufgrund der zeitlichen Ähnlichkeit mit dem Zyklus der Frau. Im esoterischen Buddhismus steht der klare, strahlende Vollmond in seiner Perfektion für die Buddha-Natur des Menschen; er wird mit der reinen Buddha-Lehre verglichen und dient – als Bild oder in seiner realen Gestalt – als Mittel zur Meditation. Während allerdings in China der wolkenlose, ungetrübte Vollmond bevorzugt wird, schätzt man in Japan auch den zeitweise verdeckten Mond. Denn sein Auftauchen hinter den Wolken ist meist besonders  wirkungsvoll.“
Quelle: Japan Forum Vol 126 / September 2005 Hrsg. Japanisches Generalkonsulat Düsseldorf 

Gelesen wird aus: „Liebe, Tod und Vollmondnächte – Japanische Gedichte“  übertragen von Manfred Hausmann, Frankfurt, S. Fischer Verlag 1951 # Bernd Schulz „Sagen aus Japan“, Frankfurt,  Fischer Taschenbuch Verlag 1979 # „Japanische Dämonen und Gespenster. Geschichten aus zwölf Jahrhundert“ Hrsg. Marianne Lewinsky-Sträuli, München, Eugen Diederichs Verlag  1989

zusammengestellt von Wilm Weppelmann

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Fotografin: Berenika Oblonczyk

Beate Reker – Schauspielerin

– Geboren 1955 in Hamm

– Schauspielerin

– Mitbegründerin des Theaters im Pumpenhaus Münster

– Rollen in über 50 nationalen und internationalen Theaterproduktionen

– Gastspiele in verschiedenen Ländern

 – Auftragsproduktionen für literarische Programme und Lesungen

– Dem münsterschen Publikum auch bekannt durch ihre literarischen Rundgänge im LWL-Museum für Naturkunde

Hörbuchproduktionen für die Westdeutsche Blindenhörbücherei Münster

 www.beatereker.de

 

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