Mi 24. August 20 Uhr „Macht euch keine Illusionen über mich – ein Ai-Weiwei-Abend“ Lesung  mit Nils Aulike (Kiel)

Ai Weiwei (chinesisch 艾未未, Pinyin Ài Wèiwèi, * 28. August 1957 in Peking) ist ein chinesischer Konzeptkünstler, Bildhauer und Kurator. Er ist der Sohn des Dichters und Malers Ai Qing und Halbbruder des Malers Ai Xuan. Der Menschenrechtler und Dissident wurde nach regierungskritischen Äußerungen im Rahmen der Proteste in China 2011 von April bis Juni 2011 inhaftiert und hatte bis 2015 Reiseverbot.  Ai Weiwei gehört zu den international bekanntesten Vertretern der zeitgenössischen chinesischen Kunst. In seinem Werk beschäftigt sich Ai mit vielfältigen künstlerischen Ausdrucksformen, unter anderem schuf er Bilder, Bücher, Filme, Häuser, Installationen, Photographien und Skulpturen.

Im Mittelpunkt des Abends steht einer der spannendsten Texte über das moderne China – und das ergreifende Dokument wachsender Wut und wachsenden Widerstands: Im Jahr 2006 begann der chinesische Künstler Ai Weiwei, einen Blog im Internet zu schreiben, den Millionen lasen. Ai Weiwei schrieb über seinen Alltag – und über politische Skandale. Im Internet wuchs ein Grundlagentext über das neue China. Fast vier Jahre lang dokumentierte er, was er in seiner Heimat erlebte und was er sich dazu dachte – ein Glücksfall allein schon dies, liest man doch einmal nicht die Analyse eines westlichen Experten, sondern den Bericht eines Chinesen, der sein Land liebt, viele Entwicklungen aber mit immer größerer Skepsis beobachtet. 2009 schloss das Regime den Blog.

„Das faszinierende Dokument einer politischen Radikalisierung.“ taz

„Sein Blog war auch eine Aufklärungsinstanz, sein Vorgehen im besten Sinne journalistisch; er entlarvte das, was die Behörden als Naturereignis und Schicksalsschlag verkaufen wollten, als Tat benennbarer Individuen. Für alle, die sich damit beschäftigen wollen, was in China gerade wirklich passiert.“ FAZ 29.7.2011

Literatur: Lee Ambrozy (Hrsg.): Ai Weiwei. „Macht euch keine Illusionen über mich“. Der verbotene Blog, Galiani, Berlin 2011, ISBN 978-3-86971-094-5   #  Hans Ulrich Obrist: Ai Weiwei spricht (Originaltitel: Ai Weiwei speaks with Hans Ulrich Obrist, übersetzt von Andreas Wirthensohn); Hanser, München 2011, ISBN 978-3-446-23846-6.

Nils Aulike

Nils Aulike Foto: privat

 

Nils Aulike wurde 1971 in Lüneburg geboren. Er studierte an der Universität Kiel und war Darsteller an verschiedenen Studenten- und Amateurtheaterbühnen. Heute arbeitet er als freiberuflicher Kulturarbeiter, Vorleser und Moderator unterschiedlichster literarischer Programme und Kulturveranstaltungen.

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